Vereinsgründung

Jubiläen sind eigentlich ein gesondertes Thema!


Aber ich möchte das 50-jährige im Jahre 1958 hier kurz beschreiben. Es wurde begleitet vom Schützenkönig Friedrich Rogge, der wegen seiner Wesensart ,,Friedrich der Ruhige“ genannt wurde. Mit einem eindrucksvollen Festumzug durch das geschmückte Dorf mit dem selbst erstellten, mit laub- und blumengebundenen Ehrenpforten begann das Jubelfest.

Vereine mit Fahnen- und Spielmannszügen sogar aus dem Kreis Soltau nahmen am Umzug teil. Die Festansprachen hielten Otto Borchers und der Tostedter Präsident Narten.

Dreißig Schießmannschaften mussten auf dem Schießstand durchgeschleust werden. Auch die Bierstimmung kam nicht zu kurz, nach dem Motto: Die alten Deutschen, sie tranken noch eins!!!
Als Dank der Gemeinde wurde vom Bürgermeister Johann Höft ein Festpokal überreicht.


Das Anschießen und Schlußschießen sind altüberlieferte Bräuche des Schützenwesens. So wird beim Anschießen nach dem langen Winter der Schießbetrieb wieder aufgenommen- attraktiv durch Wurstpreise sowie Orden und Schießschnüre. Der Ostermontag war lange Zeit der Tag des Anschießens.

Das Schlußschiessen ist das Fest des Vizekönigs. Es beginnt mit dem Abholen des Vizekönigs und dem Umzug durch das Dorf. Aber innerhalb weniger Stunden muss dann der hölzerne Vogel zur Strecke gebracht werden, was auch immer gelingt.
Lange Jahre wurde die Proklamation des Schlußschiessens zusammen mit dem Erntefest gefeiert. Der Vizekönig mit seinen Adjutanten ist ebenfalls eine eigene Königsgruppe und vertritt den Schützenverein bei vielen Anlässen und Verhinderung des Schützenkönigs.

KÖNIGE kommen und KÖNIGE gehen,
so ist auch der Ablauf im Schützenwesen. Großer Jubel dann im Jahre 1965 als unser Präsident und langjähriger Vorsitzender Heinrich Horstmann sen. den Königsschuss machte.
Der Spielmannszug spielte, wie in jedem Jahr zu Ehren des neuen Schützenkönigs.

Hinzu kam noch, dass Sohn Heinrich jun.Vizekönig wurde (und 1972 Schützenkönig).

Ein schöner Brauch ist es, den
zerschossenen Holzvogel wieder zu restaurieren und feierlich bei den Majestäten an einer Hauswand als Erinnerung aufzuhängen (Vogelhochzeit)


Der neue Schulleiter Hannes Hoffmann wird Mitglied des Schützenvereins, so dass die Leitung der Kinderschützenfeste in guten Händen liegt.
Infolge waren an der Durchführung der Kinderschützenfeste beteiligt: die Lehrer der Otteraner Schule: Herr Borchers, Herr Queda, Frau Strey, Herr Hoffmann und Frau Wille. Bedauerlicherweise ist das Mitmarschieren der Schulkinder mit ihren bunten Blumenbögen und Stöcken nach und nach aus der Mode gekommen und wird nicht mehr angenommen.

Doch Kinderkönigspaare werden noch ermittelt.


Im Jahre 1983 dann das Jubiläumsfest unseres Vereins von 1908. Es wurde vom Jubiläumskönig Günter Dittmer begleitet.
Alle Schützenvereine des Landkreises Harburg waren mit Fahnenabordnungen eingeladen.
45 Schießmannschaften aus 23 Vereinen schossen um Orden, Preise und Pokale. 32.000 Schuss gingen durch die Gewehrläufe. Ein riesiger Festumzug durch das Blumen- und fahnengeschmückte Dorf endete zur Festzeremonie auf der Proklamationswiese von Erich Marquardt.


In den VEREINSSATZUNGEN wird immer festgeschrieben:
Bedingungen bei Vereinsgründung oder Auflösung, Zusammensetzung des Vorstandes, Ehrenmitgliedschaft, Aufnahmegebühr, Beiträge, Eintrittsalter und ähnliches.


1995 beschließt der Verein in der Satzung, dass auch Frauen dem Verein beitreten können. Das hat zur Folge, dass im Jahre 1996 gleich 17 weibliche Mitglieder registriert sind. 2003 hat sich die Frauengruppe weitgehend aufgelöst. Die verbleibenden Frauen werden mit vollen Rechten und Pflichten übernommen, d.h. Sie können auch Vizekönig, Schützenkönig oder Adjutant werden.

Um die Jahrtausendwende und nach der Währungsumstellung von DM auf € nahm die Beteiligung am Vogelschiessen stark ab, und es zog sich teilweise sehr lange hin, bis der Vogel fiel und ein neuer Schützenkönig proklamiert werden konnte. Nachdem von einzelnen Schützenvereinen im Landkreis bekannt wurde, dass mangels fehlender Kandidaten kein König ausgeschossen werden konnte, trat diese Situation auch im Schützenverein Otter, wie aus heiterem Himmel, ein. Im Jahre 2002/2003 eine sehr peinliche Situation!

Viele Überlegungen, den König zu entlasten wurden diskutiert, mit dem Ergebnis: dass der König entlastet wird durch Einschränkungen der Verpflichtungen und auch finanziell. Im Jahre 2003 erfolgt die Einführung eines Königskommers am Freitagabend und die Übernahme des Königsessens durch den Verein. Der König erhält ein gekürztes Königsgeld. Die Vereinswirtin Maria Gerlach gibt die Bewirtung des Schützenfestes ab. Die neue Bewirtung – einschließlich Königsessen – übernimmt ab dann Manni Subei.

Der gefasste Vorsatz: ohne Schützenkönig ist es kein Schützenfest, hat zur Folge, dass Heinrich Meinecke, der gerade vom Amt des zweiten Vorsitzenden entbunden wurde, beim Schützenfest 2003 den Vogel abschießt, und damit alle Schützen hoffentlich wieder motiviert hat.
Weil König Heinrich mit seinen Adjutanten eine besonders festfreudige und trinkfreudige Königsgruppe war, haftet ihm heute noch die Bezeichnung an: ,,Heinrich und die drei von der Tankstelle!“


Alle weiteren Jahre wird wieder ein Schützenkönig proklamiert und die Schützenfeste nach alter Tradition gefeiert.


Das Ausschießen eines Kinderkönigspaares wird gut angenommen und die Proklamation derselben von Eltern und Schützen immer zahlreich begleitet. So wachsen auch Jugendliche in das Schützenwesen hinein. Die heutige Schützengeneration hofft, dass die nachfolgenden Generationen immer wieder den Idealismus finden, die Feste des Schützenvereins gebührend zu feiern!

Zum 100-jährigen Jubiläum steht der Schützenbruder Paul Stawinoga mit seiner Königin Renate als Königspaar im Mittelpunkt und präsentiert Verein und Schützenwesen.

Zusammen mit den Adjutanten Martina und Marino Maligoi, Karin und Gerald Albers sowie Irmgard und Bernd Gätjens besuchen sie die Schützenfeste aller befreundeten Vereine sowie das Kreisschützenfest in Tostedt.


Viel ist zwischendurch passiert…

…dann kam Corona…

zu späterer Zeit hier mehr dazu

Wo de Schützenbüchse knallt,
wo een dütsches Leed erschallt,
wo de Trommler un de Pieper makt Rabatz,
dor büs du willkommen ; dor nimm Platz!

Wilhelm Marquardt sen. (Dämers Opa) um 1957